Der Autismus ist eine bisher noch nicht heilbare und tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich bereits in frühen Kindesalter zeigt. Schon im Jahr 1911 wurde der Autismus durch den Schweizer Psychiater Paul Eugen Beuler erwähnt. Die Zahl der am frühkindlichen Autismus erkrankten Kindern liegt bei etwa zwei von tausend Kindern, wobei die ersten Anzeichen ab etwa dem 10. Lebensmonat des Kindes zeigen. Der Autismus ist im Klassifikationssystem für Krankheiten der WHO (Weltgesundheitsorganisation) unter der Klassifizierung ICD-10 mit dem dazugehörigen Schlüssel F84 geführt.

Die ersten Anzeichen eines frühkindliche Autismus können sich unter anderem in einem sozialen Rückzug zeigen. Das Kind zieht sich immer mehr in seine eigene Gedankenwelt zurück und vermeidet zunehmend auch die Kontakte zu den direkten Bezugspersonen. Auffällig ist vor allem der fehlende Blickkontakt zum hauptsächlich betreuendem Elternteil und die kaum vorhandene Anteilname an entgegenkommender Wut oder auch Fröhlichkeit. Auch körperliche Nähe wird oftmals ablehnt. Dieses hat nicht nur eine direkte Auswirkung auf die Sprachentwicklung, sondern zeigt sich auch in einer geringeren Intelligenz im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern. Im Gegensatz wird bei Kindern mit dem frühkindlichen Autismus öfters ein erhöhtes Interesse an z.B. geometrischen Formen oder anderen bestimmten Dingen festgestellt. Auch eine Inselbegabung wie z.B. das fotografische Gedächtnis oder eine besondere mathematische Fähigkeit zeigt sich vor allem bei einer autistischen Erkrankung nach dem Asperger-Syndrom.

Besteht der begründete Verdacht, dass das Kind unter dem frühkindlichen Autismus oder dem Asperger Syndrom leidet, kann der behandelnde Arzt anhand von charakteristischen Symptomen aus unterschiedlichen Bereichen eine Diagnose stellen. Zu den zu untersuchenden Bereichen gehören unter anderem das Sozialverhalten, die Sprachentwicklung, die Intelligenz und auch die Motorik. Dieses geschieht durch ausführliche Gespräche mit den Eltern und durch eine ausgiebige Verhaltensbeobachtung des Kindes, bei der auch andere schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen werden können.

Die behandelnde Autismus Therapie basiert in erster Linie auf den Aufbau der sozialen Fähigkeiten und der Selbstständigkeit. Dennoch ist bei dem Betroffenen eine lebenslange Betreuung durch die Familie oder Klinik nötig.