Bei einer Blinddarmentzündung wird von einer Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix) gesprochen. Dieser ist ein Anhängsel an den eigentlichen Blinddarm und hat aufgrund der hohen Anzahl an Lymphfolikeln innerhalb der Darmwand eine unterstützende Funktion in der Immunabwehr. Der Appendix hat eine durchschnittliche Größe von etwa 10 cm und ist bei den meisten Menschen im rechten Unterbauch zu finden. Diese Lage kann geringfügig verändern.

Eine Blinddarmentzündung tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 12 Jahren auf. Dennoch ist eine Erkrankung auch unter 4 Jahren oder im Erwachsenenalter möglich, die Wahrscheinlichkeit ist aber recht gering und liegt bei nur rund 7% der Bevölkerung.

Eine Entzündung des Blinddarms kann unterschiedliche Ursachen haben, meist liegt eine Verstopfung des Ausgangs vor. Dieser kann durch einen Knick des Blinddarms (Caecum) und eine dadurch entstehende Stauung von Kot herbeigeführt werden. Wesentlich seltener als vermutete lösen zum Beispiel verschluckte Kirschkerne eine Entzündung des Appendix aus. Auch Tumore oder Darmwürmer sind selten als Ursache zu erkennen.
Eine beginnende Blinddarmentzündung zeigt sich größtenteils durch auftretende Schmerzen in der oberen Bauchhälfte und in der direkten Umgebung des Bauchnabels. Im späteren Verlauf wandern diese Schmerzen in den bekannten Bereich des rechten Unterbauches und verstärken sich beim Gehen oder ruckartigen Anziehen des rechten Beines.

Besteht der Verdacht das es sich um eine Blinddarmentzündung handelt, so kann der behandelnde Arzt diese mittels einer Blutuntersuchung, der Temperaturmessung und durch das Abtasten zwei bestimmter Punkte des Bauches den Verdacht erhärten. Zusätzlich kann eine Ultraschall- und Urinuntersuchung die Diagnose bestätigen. Wird eine Blinddarmentzündung diagnostiziert, so wird in den meisten Fällen zu einer Operation geraten. Diese wird in Vollnarkose und heute meist mit einer operativen Bauchspiegelung durchgeführt, bei der lediglich eine kleine Narbe verbleibt. In ganz seltenen Fällen kann sich innerhalb der ersten 3 Monate nach dem Eingriff eine Verwachsung im Bereich der Bauchraumnarbe bilden, diese wird dann bei einer erneuten kleinen Operation behoben.