Hervorgerufen wird Lepra, durch das Stäbchenbakterium, welches auch mit dem Tuberkulosebakterium verwandt ist. Lepra tritt überwiegend in Ostasien und den tropischen Regionen Asiens, Zentral- und Südamerika und Afrika auf. Sie wird in zwei Hautformen, die lepromatöse und die tuberkuloide Lepra differenziert. Lepra existiert bereits seit Tausenden Jahren.

Bei der lepromatösen Lepra breitet sich der Krankheitserreger ungehindert in der Haut aus und es entwickeln sich auf dem Körper und im Gesicht große, weiche Beulen oder Knötchen. Die Augen-, Rachen- und Nasenschleimhaut werden ebenfalls befallen. In sehr schweren Fällen kann es zu einer drastischen Veränderung der Stimme, der Zerstörung der Nase oder sogar zu Blindheit führen.

Die tuberkuloide Lepra ist eine Infektion in den tiefen Hautschichten, welche die Schweißdrüsen, die Haarfollikel und die Nervenendigungen zerstört. Die Haut über der Infektionsstelle wird trocken, blass, berührungs-, schmerz- und temperaturunempfindlich. Aufgrund der Unempfindlichkeit neigen Finger und Zehen zu Verletzungen und Verstümmelungen und können sogar abfallen.

Beide Lepraformen werden über die Atemwege übertragen und sind nur in geringem Maße ansteckend. Die Inkubationszeit, sprich die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch, kann 6 Monate bis 10 Jahre betragen. Da die Krankheit entsetzliche Entstellungen mit sich bringen kann, ist sie mit einem großen Stigma behaftet. Dies ist vielleicht auch der Grund, warum man heute auch Hansen-Krankheit, und nicht mehr Lepra, sagt.

Typische Symptome für Lepra sind ein bis drei unebenen, eventuell rötlichen aber nicht juckenden Hautflecken, die empfindungslos sind. Eine genaue Diagnose kann jedoch nur anhand einer genauen Untersuchung einer Gewebeprobe, der sogenannten Biopsie, gestellt werden.

Lepra tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf und überwiegend bei Personen zwischen 10 und 20 Jahren. Die Behandlung erfolgt über Medikamente, wie Dapson, Clofazimin oder Rifabutin, die kombiniert verabreicht werden, um eine Arzneiresistenz vorzubeugen. Die Heilungschancen sind gut, jedoch bedarf es einer langen Zeit und kann bis zu einem Jahr andauern.