Magersucht ist eine Essstörung, deren Ursache vor allem im psychischen Bereich zu finden ist.

Die ersten Hinweise auf Magersucht wurden im Jahr 1686 durch den Engländer Dr. William Gull erwähnt. Ernest-Charles Laségue, ein franz. Internist beschrieb im Jahr 1873 erstmals ein einheitliches Krankheitsbild der Magersucht.

Die Ursachen sind vor allem im psychischen Bereich zu finden. Leistungs- und Erwartungsdruck, familiäre Probleme oder auch das Idealbild über das Aussehen einer Frau gehören mit zu den meist erwähnten Gründen. Erste Anzeichen einer Magersucht zeigen sich vor allem mit einsetzten der Pubertät um das 14. Lebensjahr herum. Überwiegend tritt eine Magersucht bei Mädchen und Frauen auf, aber die Zahl der magersüchtigen Jungen und Männern ist zunehmend.

Auffällig bei Magersucht ist das überdurchschnittliche Interesse am Essen. Das Hauptinteresse dabei liegt dabei auf dem Nährstoffgehalt der jeweiligen Nahrungsmittel und wie am einfachsten und wirkungsvollsten das Hungergefühl unterdrückt werden kann. Eine Nahrungsaufnahme wird auf ein Minimum beschränkt oder gar vollkommen eingestellt.

Ein weiteres Merkmal einer Anorexia nervosa ist das veränderte Selbstbild des Betroffenen. Er sieht sich selber immer noch als zu dick an. Nicht selten findet neben der Essensverweigerung auch ein Missbrauch an Appetitzüglern oder Abführmitteln statt. Zusätzlich betreibt der Betroffene oftmals extremen Ausdauersport um eine noch so kleine Gewichtszunahme zu unterbinden.

Gesundheitliche Folgen einer unbehandelten Magersucht können unter anderem, das Ausbleiben der Regelblutung, Herzrhythmus- und Kreislaufstörungen, Muskelschwäche und ein schwaches Immunsystem sein. Auch Depressionen sind keine seltenen Begleiterscheinungen der Krankheit.

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung mit der Essstörung Magersucht, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann anhand einer Blutuntersuchung und vor allem dem Body-Mass-Index (BMI) Anhaltspunkte der Essstörung Erkennen. Liegt der BMI unterhalb eines Wertes von 17,5, ist dies ein konkretes Anzeichen einer Magersucht.
Im Anschluss an die Diagnose folgt eine psychologische Therapie, die auch stationär stattfinden kann. Wird eine Magersucht frühzeitig erkannt und therapiert, kann der Betroffene die Krankheit überwinden. Dennoch besteht immer die Gefahr eines Rückfalls, da es keine vollständige Heilung gibt.