Eine Mittelohrentzündung ist eine durch Viren oder Bakterien hervorgerufene und sehr schmerzhafte Erkrankung des Mittelohrs. Aufgrund der noch verkürzen Eustachischen Röhre tritt eine akute Mittelohrentzündung bei Kindern häufiger auf als bei einem Erwachsen.

Ursache für eine akute Mittelohrentzündung sind Bakterien oder Viren, die über die Eustachische Röhre vom Rachen- und Nasenraum ins Mittelohr aufsteigen. Eine Entzündung des Mittelohrs durch Viren kann z.B. im Verlauf einer Erkältung ausgelöst werden. Die bakteriell durch Pneumo-, Strepto- oder Staphylokokken verursachte Otits media tritt wesentlich häufiger auf.

Die Symptome einer Mittelohrentzündung sind stärker werdende stechende Ohrenschmerzen, welche durch Schwindel und Fieber begleitet werden können. Bei Säuglingen und Kleinkindern fäll meist noch vor eintritt des Fiebers auf, das sie sich das betroffene Ohr mit der Hand zu halten (Ohrzwang). Zudem fällt Säuglingen das Trinken schwer.

Wird eine Mittelohrentzündung vermutet, kann der behandelnde Arzt diese schnell und einfach durch einen Blick ins Ohr mittels einer Ohrenspiegelung diagnostizieren. Hierbei erkennt er das gerötete und leicht vorgewölbte Trommelfell, das je nach Grad der Otitis media auch verdickt sein kann. Ist eine Mittelohrentzündung diagnostiziert, wird meist ein Antibiotikum zur rascheren Abheilung verabreicht. Zusätzlich lindern die regelmäßige Gabe von Nasenspray oder Nasentropfen die Beschwerden, indem sie das Abschwellen der Nasenschleimhäute fördern. Hierdurch kann die Flüssigkeit, welche sich hinter dem Trommelfell angesammelt hat, leichter abfließen. Parallel wirken Schmerzmittel und auch Wärme schmerzlindernd. Im Normalfall heilt die Entzündung dann innerhalb weniger Tage komplikationslos aus.

In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen, die eventuell einen kleinen operativen Eingriff nötig machen. Bei einer chronischen Mittelohrentzündung besteht außerdem das Risiko einer späteren Hörstörung, auch hier kann eine kleine Operation je nach Auslösefaktor das Risiko minimieren.
Vorbeugend wird seit 1990 von der Ständigen Impfkommission eine Impfung (HIB-Impfung) für alle Kleinkinder im Rahmen der U3-Vorsorgeuntersuchung empfohlen, bei der die Grundimmunisierung stattfindet. Hier kann die HIB-Impfung als Kombinationsimpfung verabreicht werden.